Dokumentationen in der Software-Entwicklung Teil 4

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Grobkonzept

Das Grobkonzept ist die funktionale Beschreibung der zu realisierenden Anwendung. Sein Ausgangspunkt ist eine Ist-Analyse und die Herausarbeitung der Schwachstellen des existierenden Systems. Dies betrifft sowohl die Geschäftsprozesse, die in ihrer Gesamtheit zu analysieren sind, als auch die Software-Systeme, derer sich die Geschäftsprozesse bedienen. Hauptaugenmerk der Schwachstellenanalyse sind die Systemeigenschaften, die – aus aktueller Sicht – unnötige Kosten verursachen sowie die Prozesszeiten verlängern.


Im weiteren Verlauf stellt das Grobkonzept mögliche Lösungen dar, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Die Lösungsalternativen müssen als (auch technisch) realisierbar und hinsichtlich des Return of Investment als Kostensenker herausgearbeitet werden. Weiterer Schwerpunkt eines Grobkonzepts ist die Aufteilung der zu realisierenden Funktionalitäten in solche, die sehr schnell, und solche, die erst später umzusetzen sind. Daraus ist eine Migrationsstrategie sowie die Versionierung der Software-Planung abzuleiten. Zu beachten ist, dass innerhalb des Grobkonzepts lediglich die Elementarfunktionen beschrieben werden. Diese sind in ihren Abhängigkeiten als Funktionsbaum darstellbar.


Teil dieser Dokumentation ist weiterhin das Datenmodell, das allerdings noch nicht die Grundlage für die Modellierung der Datenbank enthält.


Das Grobkonzept stellt die zu bauende Software nicht technisch, sondern funktional dar. Das betrifft sowohl die Prozesse als auch die Schnittstellen zu anderen Software-Systemen.


Die Entscheider, denen in der Regel eine zusammenfassende Version des Grobkonzepts vorgelegt wird, wollen vor allem eine möglichst präzise Kosten-Nutzen-Analyse sehen, die – auf der Grundlage der Software-Planung – eine spätere Finanzplanung ermöglichen muss.

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Aufsätze zur Sprache
In einer Fachzeitschrift für gesundes Katzenfutter las ich neulich eine Glosse, die die laxe Einstellung eines Teils der schreibenden Zunft zur Rechtschreibreform widerspiegelt:

"Warum ist die Rechtschreibung reformiert worden? -
Um die Zahl der studierfähigen Abgänger der allgemeinbildenden Schulen erhöhen zu können. Die Rechtschreibreform hat einen Teil der Rechtschreibfehler, die Schüler vorher gemacht haben, zur schriftsprachlichen Norm erhoben und damit wegrationalisiert. Jetzt kann jeder, der weiß, wie man einen Kugelschreiber festhält, das Abitur machen und hinterher Journalist werden. Vorsorglich haben die Zeitungen und Zeitschriften schon mal die RSR bei sich eingeführt. Für hartnäckige Fälle gibt es Jobs in der Politik, zum Beispiel im Kultusministerium, oder beim Institut für Deutsche Sprache oder beim Privatfernsehen."

Die Rechtschreibreform wurde und wird leider von fast allen Schriftstellern und der überwiegenden Mehrheit der Sprachwissenschaftler abgelehnt. Nach neusten Umfragen sollen nur 8% der Befragten sich positiv zur Rechtschreibreform geäußert haben, die meisten Bundesbürger verwenden die alte Rechtschreibung - oder keine.

Siehe auch "Die Rechtschreibreform ist endgültig gescheitert".

Die damalige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Johanna Wanka, sagte 2005 dem Spiegel: „Die Kultusminister wissen längst, dass die Rechtschreibreform falsch war. Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“ (Wikipedia, Johanna Wanka)
Dem ist nichts hinzuzufügen. Inzwischen wacht die Deutsche Presseagentur über eine einheitliche Schreibweise in Deutschland, in der Schweiz ist die Schweizer Orthographische Konferenz zuständig, an der auch Sprachwissenschaftler beteiligt sind.