Dokumentationen in der Software-Entwicklung Teil 5

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Feinkonzept

Das Feinkonzept beschreibt, wie die geplante Anwendung funktional und software-technisch zu realisieren ist. Dazu gehören:


♦ die Beschreibung der Anforderungen, der Anwendungsfälle und der Prozesse,

♦ das Datenbankmodell einschließlich Tabellen und Implementierungsvorschriften,

♦ die Beschreibung der Schnittstellen zur Software-Umgebung,

♦ ggf. die Darstellung einer erforderlichen neuen Hardware-Landschaft,

♦ die Beschreibung der Benutzerschnittstellen einschließlich der Dialogabläufe, Fenster, Bedienelemente sowie sämtlicher ergonomischer Elemente der Fenster im Einzelnen und der Benutzerführung insgesamt,

♦ Entwurf und Umsetzung von Formularen, Ergebnisdokumenten (z.B. Ausdrucken),

♦ die Darstellung der software-technischen Umsetzung (Modulbeschreibung, Programmiersprachen, Entwicklungsumgebung),

♦ ggf. sind Migrationspfade herauszuarbeiten, falls ein existierendes System (z.B. in Cobol) in ein neues (z.B. JEE) überführt werden soll; hierzu kämen dann auch die Überführungsbeschreibungen in eine andere Hardware-Architektur (z.B. Mainframe nach Client-Server-System),

♦ Darstellung der Administration und Rechtevergabe,

♦ Darstellung der Sicherheitsmaßnahmen des Systems (Backup-System, Verfügbarkeit, Einbruchssicherheit gegenüber Internet und Unbefugte, Virenschutz usw.),

♦ ggf. Einbeziehung von Standardsoftware und deren Anpassung.


Im Rahmen des Feinkonzepts werden die Testszenarien entwickelt, teils bis hin zu Testfällen, um die Qualität der zu bauenden Software bereits in diesem Stadium zu sichern.


Des Weiteren wird in dieser Phase der Software-Entwicklung häufig ein Prototyp oder ein „Durchstich“ mit reduzierter Funktionalität entwickelt, um dem Kunden außer einem dicken Aktenordner auch Anschauung zu liefern. Prototypen dienen aber auch dazu, dem Kunden für bestimmte Aspekte der Entwicklung Entscheidungsgrundlagen zu vermitteln, die anschaulicher und nachvollziehbarer sind als eine Aneinanderreihung von Power Point-Folien mit spitz zuformulierten Kernsätzen, die in der Regel erläuterungsbedürftig sind. Die visuell-auditive Präsenz der neuen Software ist zudem einprägsamer als eine mehr oder minder geistig dominierte, auch wenn diese mit meist unzähligen Screenshots ergänzt ist.


Testdokumentation

Die Testdokumentation sollte als eigenes Dokument gepflegt werden, denn sie beinhaltet nicht nur die Testszenarien und -fälle für die zu bauende Software, sondern auch die Beschreibung der Testungen selbst sowie die Ergebnisse.

Zum Testen gehört in der Regel die Vernetzung der Entwickler mit Hilfe einer Collaborative Software wie z.B. IBM Lotus Notes, um den Prozess von Fehlermeldung, Weiterleitung der Fehlermeldung und ihrer Bearbeitung zu optimieren.


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Aufsätze zur Sprache
In einer Fachzeitschrift für gesundes Katzenfutter las ich neulich eine Glosse, die die laxe Einstellung eines Teils der schreibenden Zunft zur Rechtschreibreform widerspiegelt:

"Warum ist die Rechtschreibung reformiert worden? -
Um die Zahl der studierfähigen Abgänger der allgemeinbildenden Schulen erhöhen zu können. Die Rechtschreibreform hat einen Teil der Rechtschreibfehler, die Schüler vorher gemacht haben, zur schriftsprachlichen Norm erhoben und damit wegrationalisiert. Jetzt kann jeder, der weiß, wie man einen Kugelschreiber festhält, das Abitur machen und hinterher Journalist werden. Vorsorglich haben die Zeitungen und Zeitschriften schon mal die RSR bei sich eingeführt. Für hartnäckige Fälle gibt es Jobs in der Politik, zum Beispiel im Kultusministerium, oder beim Institut für Deutsche Sprache oder beim Privatfernsehen."

Die Rechtschreibreform wurde und wird leider von fast allen Schriftstellern und der überwiegenden Mehrheit der Sprachwissenschaftler abgelehnt. Nach neusten Umfragen sollen nur 8% der Befragten sich positiv zur Rechtschreibreform geäußert haben, die meisten Bundesbürger verwenden die alte Rechtschreibung - oder keine.

Siehe auch "Die Rechtschreibreform ist endgültig gescheitert".

Die damalige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Johanna Wanka, sagte 2005 dem Spiegel: „Die Kultusminister wissen längst, dass die Rechtschreibreform falsch war. Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“ (Wikipedia, Johanna Wanka)
Dem ist nichts hinzuzufügen. Inzwischen wacht die Deutsche Presseagentur über eine einheitliche Schreibweise in Deutschland, in der Schweiz ist die Schweizer Orthographische Konferenz zuständig, an der auch Sprachwissenschaftler beteiligt sind.