Analyse eines Webshops

Um die Umsätze in einem Webshop zu erhöhen, sind zweierlei Maßnahmen denkbar:

♦ Maßnahmen außerhalb des Shops (Beispiele: Sonderangebote und -preise, Werbung im Fernsehen usw.)

♦ Maßnahmen innerhalb des Shops (Beispiele: Optimierung der Benutzerführung, One-to-One-Marketing)

Um Maßnahmen innerhalb des Shops einzuleiten, ist es sinnvoll, zunächst eine Analyse anzufertigen:

♦ Analyse der Einbettung des Shops in die existierende IT-Landschaft. Das ist entscheidend, wenn die Verfügbarkeit eines Artikels angezeigt werden und eine Bestellung direkt in das Warenwirtschaftssystem erfolgen soll.

♦ Analyse der Benutzerschnittstelle.


Analysekriterien für die Benutzerschnittstelle

Die Benutzerschnittstelle ist im E-Commerce ein entscheidender Parameter im Kampf um die Gunst der Kunden.

Anders als bei „gewöhnlichen“ PC-Anwendungen, wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation, die in der Regel ein Mindestmaß an Kenntnissen vom Nutzer abverlangen, ist der Kreis der User von Webanwendungen diffus. Hier finden sich alle Gattungen von Nutzern, vom „Experten“ und „Poweruser“, der im Umgang mit Software und dem Internet geübt ist, über den Gelegenheitssurfer, der einige Male pro Woche im Netz recherchiert und hin und wieder dort einkauft, bis hin zu Senioren, die einmal im Monat für das ganze Seniorenheim das Katzenfutter ordern. Dabei ist die Gruppe der IT-Laien inzwischen mit Abstand die größte und stellt die kaufkräftigste Klientel dar. Ihnen sollte mit entsprechend leicht bedienbaren, einfachen und verständlichen Anwendungen und Seiten begegnet werden.

Zu berücksichtigen ist außerdem: Anders als im realen Leben kostet es den Besucher eines Online-Ladens nur einen winzigen Klick, um diesen zu verlassen und die Konkurrenz aufzusuchen. Weil sich eine schlecht gemachte Benutzerschnittstelle negativ auf die Umsatzentwicklung auswirkt, sollte sie um so größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.


Benutzerführung

♦ Werden die User an ihrem Bedarf abgeholt?

♦ Werden sie durch die Prozesse geführt?

♦ Fühlt sich der User „an die Hand genommen"?

♦ Gibt es eine Zielgruppenorientierung, die sich auch in der Benutzerführung niederschlägt?


Navigation

♦ Versteht der User die Bezeichnungen?

♦ Entspricht der Aufbau den Erwartungen der User?

♦ Erschließen sich die nächsten Schritte von selbst?

♦ Entspricht die Struktur den kognitiven Strukturen der User?

♦ Sind die Inhalte und Möglichkeiten übersichtlich?


Transparenz

♦ Weiß der User zu jeder Zeit, wo er sich befindet?

♦ Weiß der User immer, in welchem Prozessschritt er sich jetzt befindet?

♦ Weiß er immer, was zu tun ist?

♦ Erkennt der User, ob er erfolgreich war?

♦ Wird er bei Fehlermeldungen über mögliche Gründe informiert?


Look & Feel

♦ Ist das Layout einheitlich?

♦ Ist der Text lesbar?


Anonymität

♦ Kann sich der User informieren, ohne seine persönlichen Daten preiszugeben?

♦ Sind die eingeforderten Angaben alle notwendig?

♦ Versteht der User, warum er diese Angaben machen muss?

♦ Werden dem User die Vorteile erklärt?


Einzugehen ist ferner auf die Möglichkeit des Users, mit dem Shopbetreiber in Kontakt zu treten. Das sollte zum Beispiel während eines Bestellvorgangs möglich sein, um Probleme abklären zu können. Webshops, die in mehreren Ländern präsent sind, müssen zudem darauf untersucht werden, ob sie hinreichend die Kriterien der Lokalisierung und Mehrsprachigkeit erfüllen.
Aufsätze zur Sprache
In einer Fachzeitschrift für gesundes Katzenfutter las ich neulich eine Glosse, die die laxe Einstellung eines Teils der schreibenden Zunft zur Rechtschreibreform widerspiegelt:

"Warum ist die Rechtschreibung reformiert worden? -
Um die Zahl der studierfähigen Abgänger der allgemeinbildenden Schulen erhöhen zu können. Die Rechtschreibreform hat einen Teil der Rechtschreibfehler, die Schüler vorher gemacht haben, zur schriftsprachlichen Norm erhoben und damit wegrationalisiert. Jetzt kann jeder, der weiß, wie man einen Kugelschreiber festhält, das Abitur machen und hinterher Journalist werden. Vorsorglich haben die Zeitungen und Zeitschriften schon mal die RSR bei sich eingeführt. Für hartnäckige Fälle gibt es Jobs in der Politik, zum Beispiel im Kultusministerium, oder beim Institut für Deutsche Sprache oder beim Privatfernsehen."

Die Rechtschreibreform wurde und wird leider von fast allen Schriftstellern und der überwiegenden Mehrheit der Sprachwissenschaftler abgelehnt. Nach neusten Umfragen sollen nur 8% der Befragten sich positiv zur Rechtschreibreform geäußert haben, die meisten Bundesbürger verwenden die alte Rechtschreibung - oder keine.

Siehe auch "Die Rechtschreibreform ist endgültig gescheitert".

Die damalige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Johanna Wanka, sagte 2005 dem Spiegel: „Die Kultusminister wissen längst, dass die Rechtschreibreform falsch war. Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“ (Wikipedia, Johanna Wanka)
Dem ist nichts hinzuzufügen. Inzwischen wacht die Deutsche Presseagentur über eine einheitliche Schreibweise in Deutschland, in der Schweiz ist die Schweizer Orthographische Konferenz zuständig, an der auch Sprachwissenschaftler beteiligt sind.